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[Malen] Kontrast

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Asgrimm

Scout

  • »Asgrimm« ist der Autor dieses Themas

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1

09.06.2019, 13:10

Kontrast

Nein, nicht die Farbsorte von GW, sondern der Effekt.

Viele Miniaturenmaler sprechen oft von Kontrast:
Warm/kalt, hell/dunkel, komplementäre Farben und so weiter.

Ich stelle fest einige der GW Farbschemata haben absichtlich von vorne herein komplementäre bzw kontrastierende Farben drin, was ja auch Sinn macht, denn das sieht für uns gut aus.

In letzter Zeit habe ich immer mehr über Kontrast nachgedacht und überlegt, wie ich mehr davon auf meine Minis bringen kann.
Durch base - shade - Highlight hat man ja schon ein bisschen Helligkeit mit drin. Wie kann man sowas auf das nächste Level bringen? Wie kriege ich richtig viel Kontrast rein? Was sind eure Geheimnisse und Gedanken dazu?
Ich habe festgestellt, dass rot mit extremen Highlights, die Orange enthalten und sepia in den Schattierungen noch einmal wesentlich lebendiger wird.
Got the urge to purge.


Illion

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2

09.06.2019, 20:24

Bei Rot gehe ich z.B gern mit grünem Ink rein - macht lebendigere Schatten. Generell empfiehlt es sich mal aus dem hell-dunkel in die anderen Kontraste zu schauen.


Nebressyl

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3

10.06.2019, 00:05

@Illion:
Sepia bei rot kann ich mir gut vorstellen. Grün klingt echt interessant. Würdest du auch sagen, das bei orange dann blaue Schatten Sinn machen könnten, so von den Komplementärfarben der Farblehre her? Könnte von der Wirkung her komplett anders wirken anstelle eines roten inkl.

Das muss ich bei der Farbgestaltung der ein oder anderen Armee vertiefen.
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Nakai

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10.06.2019, 12:39

Wenn ich nicht gerade das Design auf der Verpackung nachmache, ist es bei mir meist ein Bauchgefühl :-)
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MisterSinister

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5

10.06.2019, 18:33

Ui, mein Lieblingsthema )))

Ich bin mir nicht sicher, wie du es meinst, wenn du von richtig viel Kontrast reinbringen schreibst. Das könnte zum einen bedeuten, die genutzten Kontraste maximal auszureizen, aber auch allgemein mehr Kontrastarten zu verwenden. Wie auch immer, ich denke am besten wäre es zuerst mal die klassichen Kontrastarten aufzulisten, damit alle den gleichen Stand haben:

Spoiler

Hell-Dunkel-Kontrast:
Die extremste Form dieses Kontrastes besteht in Schwarz und Weiß, die direkt aufeinander stoßen. Weiß bedeutet eine Wahrnehmung von (annähernd) 100% des Lichtes, Schwarz hingegen ist die Abwesenheit von Licht also (annähernd) 0%. Auch bunte Farben haben Helligkeitswerte, nur sind diese nicht so extrem wie bei S und W, man kann also auch innerhalb eines einzelnen Farbtons einen Hell-Dunkel-Kontrast nutzen.

Farbe-an-sich-Kontrast:
Das ist im Grunde nur eine umständliche Beschreibung des Eindruckes "bunt". Dieser Eindruck entsteht, wenn unterschiedliche Farben gleicher Qualität aufeinander stoßen, das muss nicht immer so kräftig sein, sondern ist auch mit Pastellfarben möglich. Der Eindruck lässt allerdings schnell nach, wenn man Farben unterschiedlicher Qualität verwendet, weil dann andere Kontrastarten an Dominanz gewinnen.

Warm-Kalt-Kontrast:
Ein wichtiges Merkmal von Farben besteht in der Farbtemperatur, das heisst manche Farben erzeugen einen Eindruck von Kälte oder Wärme. Den meisten Blautönen kann man eine kühle Farbtemperatur zuordnen, gegensätzlich gelten Rot und vor allem Gelb als besonders warme Farben. In manchen Fällen ist das nicht so eindeutig, so gelten Grün und Lila von sich aus als neutrale Farben, können aber auch mal kühler oder wärmer wirken, abhängig von ihrem Farbton. Lila liegt zwischen Blau und Rot, Grün zwischen Blau und Gelb, also kann man den Farben einen jeweiligen Farbstich in die warme oder kalte Richtung mitgeben und so ihre Farbtemperatur etwas beeinflussen.

Komplementär-Kontrast:
"Komplementär" bedeutet ergänzend und ist die Kontrastart, bei der Farben aufeinanderstoßen, die im Farbkreis genau gegenüber liegen, also maximal voneinander abweichen. "Ergänzend" sind sie deshalb, weil sie rein theoretisch zusammen 100% des Lichtes remittieren, also Weiß erzeugen. Das passiert natürlich nicht, wenn sie nur nebeneinander liegen, dafür müsste man sie mischen und auch das gilt nur in der additiven Farbmischung (also bei Lichtfarben). Wegen der starken Abweichung der Farben, ist dies ein sehr starker Kontrast.

Simultan-Kontrast:
Der Simultankontrast beschreibt, dass Farben unterschiedlich wirken, je nach der Untergrundfarbe. Das passiert schneller mit unbunten Farben, also Grautönen, die mit bunten Farben kombiniert werden. Das Grau wird dabei nicht so neutral wahrgenommen, wie es eigentlich ist, sondern wirkt mehr komplementär zur Untergrundfarbe, so wirkt eine graue Form auf einem grünen Untergrund leicht rötlich (und damit auch wärmer), auf einem roten Untergrund hingegen eher grünlich.

Qualitäts-Kontrast:
Die Farbqualität meint die Intensität einer Farbe, also wie rein und kräftig die Farbe ist. Bei Farben mit geringer Intensität spricht man auch von gebrochenen oder gedeckten Farbe, weil man eine Farbe "brechen" (also entsättigen) kann, indem man die Komplementärfarbe oder auch eine unbunte Farbe beimischt.

Quantitäts-Kontrast:
Bei diesem Kontrast geht es nur zweitrangig um die verwendeten Farbe, vorrangig geht es um das Mengenverhätnis zwischen ihnen. Bei unseren Minis ist dieses Prinzip wichtig, wenn es um Schmuckfarben geht, also Farben, die zwar nicht das ganze Farbkonzept tragen, es jedoch ergänzen. Dieser Kontrast wird immer mit anderen Kontrastarten zusammen angewendet und verstärkt den Kontrast dabei in die Richtung der weniger genutzten Farbe, die wesentlich stärker betont wird. Bei einem reltiv gleichen Mengenverhältnis kann schnell ein Farbe-an-sich-Kontrast enstehen, dann ist die Gesamtwirkung eher bunt und die Farben konkurrieren mehr als sich harmonisch zu ergänzen.
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Ich habe versucht die Kontraste durch die Schriftfarbe etwas anzudeuten, eine etwas detailliertere Beschreibung mit wesentlich besseren Bildbeispielen könnt ihr euch hier ansehen.

Ich denke mal für unsere Miniaturen-Malerei ist der Hell-Dunkel-Kontrast so ziemlich der wichtigste, weil dadurch die Modellierung betont und so über die geringe Größe der Figuren hinweggetäuscht werden kann. Wenn man seine Grundfarbe dafür mit Schwarz und Weiß abdunkelt und aufhellt, geht immer etwas Sättigung verloren, teilweise werden die Farbtöne auch heftig verfälscht. Rot finde ich da besonders schwierig, das wird durch Weiß schlichtweg rosa. Wie hier schon erwähnt wurde, kann man aber auch mit bunten Farben aufhellen und abdunkeln, dadurch wirken die Farben etwas lebendiger und möglicherweise auch realistischer, gerade bei organischen Oberflächen wirkt es mit S und W schnell etwas stumpf.

Wie Illion es angedeutet hat, kann man auch die Komplementärfarben zum Abdunkeln nutzen, rein theoretisch sollten sich die Farben dabei zwar auch zu einem Grau verbinden, das wird aber niemals wirklich neutral und wirkt durch den leichten Farbstich lebhafter. Das habe ich auch mit Lila über Gelb gesehen, um die Schatten bei einem goldenen NMM zu erzeugen, dabei entstand ein warmer und sehr harmonischer Braunton. Dabei darf man ruhig vorsichtig sein, die Farbe kann man etwas stärker verdünnen, damit sie nicht zu schnell zu deckend wird - man will ja nicht wirklich Lila auf Gelb oder Grün auf Rot, sie sollen sich überlagern und dabei mischen.

Was den Hell-Dunkel-Kontrast angeht, fällt der natürlich am heftigsten aus, wenn man tatsächlich fast reines Schwarz und fast reines Weiß verwendet, das kann man ruhig machen. Das Bemalstudio von Infinity (Studio Giraldez) macht das relativ häufig, zumindest fast reines Weiß wird da gerne verwendet, um ein paar Kanten wirklich stark hervorzuheben, ein Beispiel folgt im Spoiler:

Spoiler
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Was man bei dem Thema sonst noch ansprechen kann, ist die Art, wie man bei der Bemalung genau vorgeht. Üblicher ist wahrscheinlich große Teile der Mini gleichzeitig zu bemalen, zumindest alle Flächen, die die gleiche Farbe bekommen - also quasi den ganzen Space Marine. Oft werden auch unterschiedliche Farben parallel bearbeitet, also zB erstmal alle Grundfarben drauf, dann alle Shades drauf und hinterher überall die Akzente. Stattdessen malen andere lieber kleine Teile nacheinander komplett fertig, selbst wenn sie genau die gleichen Farben auf großen Teilen der Mini nutzen werden. Man sucht sich einfach eine Stelle - ein Bein, den Helm, eine bestimmte Panzerplatte, was auch immer - und malt diese von den Schatten bis zu den Highlights komplett fertig, bevor man beim nächsten Teil das Gleiche macht oder auch eine Stelle in einer anderen Farbe fertig bemalt.

Beide Varianten haben ihre Vorteile, die erste ist sicherlich effizienter und gerade sinnvoll, wenn man viele Modelle vor sich hat. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass man sehr früh die Kontraste festlegt und aufeinander abstimmen kann, dabei lässt sich auch viel leichter experimentieren. Grundsätzlich nutzt man sicher einfach die Variante, mit der man sich wohler fühlt, es lohnt sich aber garantiert auch mal die andere auszuprobieren.

Asgrimm

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6

10.06.2019, 20:22

Was du geschrieben hast ist ein besserer Aufmacher für den thread, als das was ich mir da zusammengedichtet habe.

Ich fänd es schön, wenn wir mal über das Thema Kontrast reden würden. Und halt über techniken und Tricks, wie man diesen erzeugt. Ich hatte jetzt, wie gesagt bei meinen Rottönen das erste mal das Gefühl, etwas zu haben, dass einen Sätzen fade von hell nach dunkel hatte Und richtig, wie die Amis sagen, "Pop" hatte.
V.a. Hab ich das durch preshading und dünne Schichten Mörder airbrush geschafft, so wie dadurch am Ende noch einmal über das ganze drüber zu glazen.

Das wäre auch mal eine interessante Frage, wenn man sich eine Oberfläche durch layering/glazing gehighlighted hat, werden die Übergänge weicher, indem man noch einmal drüber glazed und die ganze Sache wirkt nochmal intensiver. Welchen Effekt bekomme ich da, wenn ich den dunkelsten, den mittleren oder den hellsten Farbton nehme?

Ein sehr cooler Effekt kommt übrigens auch zustande, wenn man seine shades entsprechend wählt. Z. B. Nutze ich neuerdings ein sehr dunkles blau als schwarz und habe dann als shade für meine gold und messingTöne lila genommen. Das hat mir extrem gut gefallen.
Got the urge to purge.


Hendarion

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14.06.2019, 14:10

Was Illion gesagt hat, finde ich sehr wichtig.
Aber Kontrast entsteht durch noch mehr Dinge. Zum Beispiel:
- Beleuchtung der Mini durch die Bemalung - wie stark sind Licht und Schatten auf einer einzelnen Fläche
- Farbwahl - nicht nur Farben 180° auf dem Farbkreis, sondern auch 90° oder 120° geben sehr schöne Kontraste - Gelb/Rot, Gelb/Grün, Gelb/Blau, Türkis/Lila
- Materialwahl - matt gegen hoch reflektiv, texturiert gegen smooth
- Schattierung - grüne Rüstung mit gelbem Reflexpunkt und türkisfarbenem oder braunem Schatten z.B. ist was ganz anderes als Hellgrün+Grün+Dunkelgrün
- Stil - malst du GW-mäßig einfarbige Flächen mit Edge-Highlights oder malst du Verläufe auf deine Flächen - wie grenzen sich nebeneinander liegende Flächen zueinander ab, etc